Sprachtherapeutische Praxis Cornelia Kleine
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Störungsbilder

Therapie bei Kindern

Zur gesunden Sprachentwicklung eines Kindes gehören viele unterschiedliche Fähigkeiten. Das periphere Hörvermögen, die zentrale Hörwahrnehmung und -verarbeitung, das visuelle System, der taktil- kinästhetische Bereich, Fein-und Grobmotorik müssen intakt sein, um Sprache wahrnehmen, differenzieren und produzieren lernen zu können.
Ein kommunikatives soziales Umfeld ist eine weitere Bedingung für einen ungestörten Spracherwerb.

Ist einer dieser Bereiche beeinträchtigt, kann es zu den unten aufgeführten  sprachlichen Störungsbildern kommen.

Der Therapie wird eine ausführliche Anamnese und Diagnostik vorangestellt. Hier wird die Problematik und die Entwicklung des Kindes von Seiten der Eltern geschildert und anhand von standardisierten Testverfahren ein Befund erhoben.Daraufhin wird ein individueller Therapieplan entwickelt und mit den Eltern besprochen, wie sie die Therapie zu Hause unterstützen können.
Der intensive Kontakt zu den mitbehandelnden Institutionen wie Ärzten, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten, zu Kindergarten und Schule ermöglicht eine stete Abstimmung und Angleichung der Therapie an die momentan jeweils vorrangigen Bedürfnisse des Kindes.


Sprachentwicklungsverzögerungen und -störungen

Reduzierte vorsprachliche Fähigkeiten bei Kleinstkindern

Fehlender Blickkontakt, ausbleibende Reaktionen auf elterliche Ansprache und wenige lautsprachliche Produktionen können Vorboten auf eine beginnende Sprachentwicklungsstörung/-verzögerung sein.
In diesem Fall erarbeiten wir mit den Eltern ein Konzept zur intensiven Kommunikationsanbahnung mit dem Kind und begleiten sie bei der Umsetzung.

Late Talker

Dieser Begriff steht für Kinder, die mit 2 Jahren noch weniger als 50 Wörter verwenden und auch kaum Worte kombinieren können.
Unsere Aufgabe ist es, sie mit unterschiedlichen Therapieverfahren "in den Sprint" zu bringen.

Phonetisch-phonologische Störungen - Dyslalie

Einzelne Laute und Lautverbindungen werden nicht altersgemäß produziert; sie werden durch andere Laute ersetzt oder ausgelassen, z.B. aus komm wird tomm.
Über Hören, Sehen, Fühlen, diskriminieren und vergleichen werden die Laute und Lautverbindungen erarbeitet.


Verminderter Wortschatz

Bei nicht altersgemäß entwickeltem Wortschatz wird über den Ausbau von z.B. semantischen Feldern die sprachliche Ausdrucksfähigkeit des Kindes erweitert.


Dysgrammatismus

Wenn Kinder Probleme haben, die grammatikalischen Regeln in ihr Sprachsystem zu übernehmen, z.B.die korrekte Satzstellung oder die Flexion von Worten zu erfassen, wird der physiologisch vorgegebene Grammatikerwerb je nach Stand des Kindes erarbeitet.

Sprachentwicklungsstörung bei Zweisprachigkeit - Bilingualismus

In diesem Fall tritt sowohl beim Erwerb der Muttersprache als auch beim Zweitspracherwerb eine Störung auf. Zur Einschätzung der sprachlichen Fähigkeiten in der Erstsprache ist die Einbeziehung des familiären Umfeldes hier besonders wichtig.

Verbale Entwicklungsdyspraxie

Das Sprachsystem ist bei den Kindern noch nicht entwickelt.Sie können von motorischer Seite her die Artikulationsbewegungen weder zeitlich noch räumlich koordinieren.Durch das Bewußtmachen von Bewegungsabläufen gelingt es dem Kind, eine gezielte Artikulation aufzubauen.


Zentral auditive Wahrnehmungs-und Verarbeitungsstörungen

Das periphere Hörvermögen ist bei dieser Störung intakt, die zentrale Verarbeitung des Gehörten ist gestört. Diese Kinder können normal hören, es bereitet ihnen aber z.B. Schwierigkeiten, Töne oder Laute voneinander zu unterscheiden oder aus einer Geräuschkulisse Gesprochenes herauszuhören. Dies kann sich auf die Sprachentwicklung, die Konzentrationsfähigkeit und auch den Schreib-und Leselernprozess auswirken, für den die zentral auditiven Fähigkeiten eine entscheidende Rolle spielen.
Inhalt der Therapie ist dabei die Schärfung der auditiven Diskriminationsfähigkeit.

Legasthenie - Lese-Rechtschreibschwäche

Bei normaler Intelligenz ist der Lese-Rechtschreiberwerb erschwert.Durch ein multimodales Training der auditiven, visuellen und taktil-kinästhetischen  Sinnesbereiche und ein Funktionstraining in den auftretenden Symptomfeldern wird der Lese-Rechtschreiblernprozess gefördert.

Stottern und Poltern

Bei diesen sogenannten "Redeflussstörungen" verfügen die Kinder dabei zwar über das "Prinzip" der Sprache, haben jedoch Schwierigkeiten, flüssig zu sprechen.
Stottern ist durch schnelle lautliche Wiederholungen, aber auch durch Blockaden gekennzeichnet, Poltern durch hohes Sprechtempo und damit einhergehenden Ungenauigkeiten in der Artikulation.

Mutismus

Obwohl die sprachlichen Fähigkeiten gegeben sind, teilen sich die Kinder lautsprachlich nicht mit, das heißt , sie sprechen nicht.Tritt diese Störung nur in begrenzten Bereichen auf z.B. im Kindergarten oder bei bestimmten Personen, spricht man von selektivem Mutismus.
Zum Kontaktaufbau bieten sich zunächst direkte Spieltherapien an.

Myofunktionelle Störungen

Das muskuläre Zusammenspiel im Mund-, Gesicht-, und Halsbereich ist nicht ausgewogen und begünstigt Fehlentwicklungen.Falsches Schluckmuster, Zahnfehlstellungen, Artikulationsauffälligkeiten wie bei Lippen,-Kiefer,- Gaumenspalten, können die Folge sein.
Für den Erfolg einer myofunktionellen Therapie ist ein besonders konsequentes häusliches Üben unerlässlich.

Stimmstörungen

Die Kinder sind länger als 3 Monate heiser und sprechen mit hohem stimmlichen Kraftaufwand. Die Stimme klingt rauh und gepresst. Häufig ist die kindliche Stimmstörung eine Spätfolge von Atemwegsinfektionen oder Kehlkopfentzündungen, aber auch eine Folge von ständiger Beanspruchung der Stimme durch überlauten Gebrauch.
Über eine Wahrnehmungsschulung der Atmung, der Körperspannung und des Stimmeinsatzes wird ein schonenderer Umgang mit der Stimme erreicht.